Beiträge und Artikel aus der Presselandschaft

Pressebericht aus der Augsburger Allgemeinen zur Wahl unseres neuen VorsitzesAZ-Staffelwechsel

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BUND-Jugend: Jugendliche treiben PolitikerInnen mit riesiger 1-Cent-Münze zu mehr Klimaschutz

Luxemburg, den 10.Oktober 2011.  
 
Angela Merkel, Nicolas Sarkozy, Silvio Berlusconi und David Cameron auf der „Flucht“ nach vorne:
Angetrieben von einer riesigen, von Jugendlichen ins Rollen gebrachten 1-Cent-Münze, erreichen die vier europäischen Staatsoberhäupter das langersehnte Ziel einer 40-prozentigen CO2 -Reduktion bis 2020.  
 
Stellvertretend für ihre Forderung nach höheren europäischen Klimazielen und mehr Investitionen in Klimaschutz, rollten junge Aktivisten aus ganz Europa eine riesige 1-Cent-Münze vor den Eingang des EU-Umweltrates. Eine Gruppe von Aktivisten überreichte der stellvertretenden polnischen Umweltministerin Joanna Mackowiak-Pandera eine Petition, während im Gebäude dahinter die EU-Umweltminister zusammenkamen, um eine gemeinsame Strategie für die diesjährigen UN-Klimaverhandlungen in Durban zu diskutieren.
 
Die Aktion ist Höhepunkt der 1-Cent-Kampagne von Push Europe, bei der in den letzten Wochen über 5000 Jugendliche aus ganz Europa jeweils einen symbolischen Cent an ihre Regierungen überwiesen haben, um sie dazu zu bewegen, sich höhere Klimaziele zu setzen und in den Ausbau einer zukunftsträchtigen, CO2-armen Industrie zu investieren. Jugendliche zeigen sich besorgt über die Auswirkungen, die der Klimawandel schon Zeit ihres Lebens entfalten wird, und halten hohe Zielsetzungen daher für essentiell – im Vergleich zu den Werten von 1990 fordern sie mindestens 40% CO2-Einsparungen bis 2020 ohne „Offsetting“. Allein in Deutschland folgten über 1000 junge Menschen dem Aufruf, die Politiker mit 1-Cent-Überweisungen zu einer ambitionierten Klimapolitik zu bewegen.   
 
„Push Europe“-Projektkoordinator Björn Obmann (BUNDjugend) sagt: „Unsere Wirtschaft würde von ambitionierten Klimazielen profitieren - es entstehen Millionen neuer Arbeitsplätze, welche von jungen Menschen bitter gebraucht und gefordert werden. Jeder einzelne Cent, den wir heute nicht in Klimaschutz investieren, wird zukünftige Generationen Zehnfaches kosten, um die Folgen des Klimawandels zu bewältigen.“  
 
Push Europe ist eine Kampagne von Young Friends of the Earth Europe, UKYCC und der
BUNDjugend.
Für weitere Informationen:
Björn Obmann (Projektkoordinator), 030-275 86 588, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Jenny Blekker (Presse), 030-275 86 584, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
 
www.pusheurope.eu
www.bundjugend.de
Hochauflösende Fotos der Aktion sind kostenlos verfügbar unter: http://pusheurope.eu/1-cent-action/


Bundesverfassungsgerichtsurteil zur Gentechnik - 24.11.2010

Pressemitteilung

Gentechnikfreiheit
Bund Naturschutz sieht wichtige Weichenstellung für Gentechnikfreiheit in Bayern durch Urteil des Bundesverfassungsgerichts

Beitritt der Staatsregierung zum Netzwerk
gentechnikfreier Regionen in Europa muss endlich erfolgen

Der Bund Naturschutz sieht in dem heutigen Urteil des Bundesverfas-sungsgerichtes eine „Abmahnung für die Befürworter einer genmanipu-lierten Landwirtschaft". „Die bayerische Staatsregierung soll dies zum Anlass nehmen, nach Vorbild des Bundeslandes Thüringen endlich dem europäischen Netzwerk gentechnikfreier Regionen beizutreten", appel-lierte Bund Naturschutz und BUND-Vorsitzender Hubert Weiger an Ministerpräsident Horst Seehofer.

Im Anhang ist der vollständige Wortlaut der Pressemitteilung zu lesen.

PM-123-10_BN_begrüßt_Bundesverfassungsgerichtsurteil_Gentechnikgesetz.pdf (PDF:44k)

 


 

Abstimmung im Bundestag zur Laufzeitverlängerungen für Atomkraftwerke

Die Kreisgruppe Augsburg im Bund Naturschutz in Bayern e.V. (BN) fordert den CSU-Bundestagsabgeordneten Dr. Christian Ruck für Augsburg auf, zu seinem Wort zu stehen und am Donnerstag (28. Oktober) im Bundestag gegen Laufzeitverlängerungen für Atomkraftwerke zu stimmen.

Dr. Christian Ruck habe dem Bundesverband Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) gegenüber in einer Befragung im Rahmen eines BUND-KandidatInnenchecks zur letzten Bundestagswahl angegeben, gegen den Ausstieg aus dem Atomausstieg zu sein.

Insgesamt sagten bei den BUND-Befragungen 15 Abgeordnete von Union und FDP  aus, gegen Laufzeitverlängerungen bzw. noch unentschlossen zu sein. Die Antworten hat der BUND im Internet dokumentiert. Der Umweltverband fordert die Abgeordneten nun auf, nicht dem Fraktionszwang zu folgen.

BN-Kreisvorsitzender Paul Reisbacher: „Nicht alle in der schwarz-gelben Koalition stehen hinter den Atom-Plänen der Bundesregierung. Wir fordern die Bundestagsabgeordneten auf, nicht dem Fraktionszwang zu folgen. Jeder muss mit seinem Gewissen ausmachen, ob er künftigen Generationen das atomare Erbe aufbürden will. Dr. Christian Ruck hat sich dagegen ausgesprochen und das ist gut so. Nun muss er in der Abstimmung zu seiner Überzeugung stehen."

Nach Artikel 38 Absatz 1 des Grundgesetzes sei jeder Abgeordnete allein seinem Gewissen verpflichtet. Die Faktenlage spreche eine eindeutige Sprache. So wachse der atomare Müllberg jährlich um weitere 400 Tonnen, ohne dass es ein geeignetes Endlager dafür gibt. Alle Endlagerversuche seien bisher kläglich gescheitert. Atomkraftwerke blockierten den Ausbau der Erneuerbaren Energien und dienten allein dazu, den vier großen Energiekonzernen die Taschen zu füllen. So habe eine aktuelle Recherche der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes gezeigt, dass die Energiekonzerne Eon, EnBW und  RWE seit 2002 rund 100 Milliarden Euro Gewinne erwirtschaftet hätten. Insgesamt kämen durch Laufzeitverlängerungen für alle vier Konzerne noch rund 70 Milliarden Euro dazu. Grund dafür sei der geringe Wettbewerb auf dem Strommarkt.

BN-Kreisvorsitzender Paul Reisbacher: „Die Bundesregierung zementiert mit ihrer Energiepolitik alte Strukturen und verhindert damit eine Energiewende hin zu Erneuerbaren Energien. Angesichts der schrumpfender Ressourcen und des Klimawandels ist allen Experten klar, dass es so nicht weitergehen kann. Doch bisher spielt die Regierung denen in die Hände, die am Status Quo am meisten verdienen. Auf Kosten unserer Sicherheit und Zukunft."

Die Ergebnisse der BUND-Abgeordneten-Befragung finden Sie unter http://bund.net/abgeordnete-gegen-atom

Pressekontakt: Paul Reisbacher
Kreisvorsitzender der BN-Kreisgruppe Augsburg
Tel. 0821-431595
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Neue Gebäude der Stadt müssen grundsätzlich in Passivhausqualität errichtet werden!

Bund Naturschutz fordert den Augsburger Stadtrat eindringlich auf:

Neue Gebäude der Stadt müssen grundsätzlich in Passivhausqualität errichtet werden!

Eigentlich wächst unser Wissen um die Erderwärmung seit rund zwanzig Jahren: Ja, wir steuern auf schreckliche Katastrophen zu und unsere Kinder und Kindeskinder werden fürchterlich leiden. Und eigentlich sagen wir seit wenigstens zwei Jahrzehnten: Global denken – lokal handeln.

Eigentlich wissen wir auch, dass wir rund ein Drittel unser Energie für Gebäudeheizung und Warmwassererzeugung verbrauchen und dementsprechend viel klimaschädliches CO2 in die Luft blasen. Und eigentlich wurde schon 1991 das erste Passivhaus* in Deutschland gebaut, das pro Quadratmeter Wohnfläche und pro Jahr nur noch höchstens 1,5 Liter Öl (15 kWh) für Heizung und Warmwassererzeugung verbraucht. Bestehende Häuser hingegen verschlingen etwa 20 Liter Öl pro Quadratmeter und pro Jahr. Neue Häuser nach KfW-40 immer noch rund 4 l.

* Man nennt diese Häuser „passiv", weil die meiste noch erforderliche Wärme aus „passiven" Quellen bezogen wird. Denn Passivhäuser sind so gut gedämmt und zugfrei, dass neben der Wärmerückgewinnung die Sonneneinstrahlung sowie die Abwärme von Personen und technischen Geräten zum Heizen reichen. Ganz wichtig: Entgegen vieler Vorurteile ist dank intelligenter und einfacher Lüftungstechnik die Luft in diesen Häusern viel besser. Feinstaub, Lärm oder und Pollen bleiben ausgesperrt. Schimmelpilze sind im Passivhaus ausgeschlossen. Diese Qualitätshäuser steigern also den Wohnkomfort und senken radikal den Energieverbrauch und die Klimabelastung. Bei großer Hitze bieten sie zudem dank Wärmedämmung und Lüftung ein behagliches Klima.

Den höheren Investitionen für z.B. Dreifachfenster, Wanddämmung ohne Wärmebrücken, Lüftungstechnik und sorgfältige Bauausführung stehen Ersparnisse durch Wegfall der klassischen Heizungstechnik gegenüber. Zudem entfallen dann Jahr für Jahr Ausgaben für Öl oder Gas. Angesichts auf mittlerer Sicht ständig steigender Energiepreise eine finanzielle Sicherheit und Freude.


Augsburg will Umweltstadt sein und das Klima schützen

Aber: Vor kurzem ist im Augsburger Stadtrat auf Antrag der SPD-Fraktion mit der Mehrheit von CSU, SPD und Pro Augsburg der Beschluß gefaßt worden, die neue Westpark-Schule auf dem Sheridan-Gelände nicht nach dem Stand der Technik, d. h. im Passivhausstandard, zu bauen. Wer so plant, schafft einen zukünftigen Sanierungsfall.

Die weltweit heraufziehenden Klimakatastrophen durch Extremstürme, Extremniederschläge und –fluten, sowie Hitzewellen und Dürren verlangen von allen Verant­wortlichen entschiedenes Handeln! Halbherzigkeiten verträgt unsere Erde nicht mehr! Die Lebensgrundlagen für unsere Nachkommen sind in großer Gefahr. Wir Industrieländer müssen und können unsere CO2-Emissionen um 80 Prozent senken!

Auch der Augsburger Stadtrat hat den Al Gore-Film gesehen. Der Stern-Report, die Äußerungen des Weltklimarates IPCC, unzählige Stellungnahmen deutscher und internationaler Experten, die neueste Studie „Zukunftsfähiges Deutschland in einer globalisierten Welt", herausgegeben von Brot für die Welt, Evangelischem Entwicklungsdienst und BUND, sind eindringliche Aufrufe an alle, die Verantwortung tragen.

In der Druckschrift „Effiziente Energienutzung in Bürogebäuden", herausgegeben vom Landesamt für Umwelt in Zusammenarbeit mit der Obersten Baubehörde im Bayrischen Innenministerium, wird als zweites von zehn Geboten für energieeffiziente Planung der Passivhausstandard als Stand der Technik empfohlen. Schon bald wird die Europäische Kommission die Passivhausqualität verbindlich für neue Häuser vorschreiben.

In Augsburg wird dies alles von der Mehrheit im Stadtrat nicht zur Kenntnis genommen. Augsburg möchte gerne „Umweltstadt" genannt werden. Augsburg gehört seit 1998 dem Klimabündnis der europäischen Kommunen an. Damit hat Augsburg die Selbstverpflichtung der beteiligten Städte übernommen, alle 5 Jahre die CO2-Emissionen um 10 % zu senken. Bis 2030 soll der CO2-Ausstoß halbiert werden. Nach dem Klimaschutzbericht 2008 der Stadt wurde das CO2-Reduktions­ziel aber weit verfehlt. Um so mehr sind jetzt konsequente Anstrengungen nötig!

Übrigens: In Frankfurt, Günzburg und vielen anderen Kommunen wurden gerade neue Schulen als Passivhäuser gebaut und die Mehrkosten überschritten nicht die 8 Prozent. Deutschlandweit gibt es bereits über 50 Schulen in Passivhausqualität. Kempten hat beschlossen, alle neuen städtischen Gebäude als Passivhäuser zu bauen.

Die Baukosten der geplanten Westparkschule wurden durch Umplanungen in die Höhe getrieben. Die Passivhausausführung kostet angeblich 4,27 Mio € mehr, fast 22 % der errechneten Baukosten von 19,5 Mio €. Allgemein rechnet man jedoch für die Passivhausqualität mit Mehrkosten von 5 - 8 %. Sollen beim Plan für die Westparkschule die Mehrkosten für die Passivhausqualität etwa so manipuliert werden, dass Stadträte und Bürger sich gegen den Klimaschutz entscheiden?

Es ist im höchsten Maß enttäuschend und beschämend, wenn die Mehrheit des Augsburger Stadtrates sich gegen die Passivhausqualität ausspricht. Man bedenke auch: Entgegen von schlechten Planern lancierten Gerüchten ist in Gebäuden mit Passivhausqualität die Luft wesentlich besser.

Augsburg wird in den nächsten Jahren zig Millionen Euro für Prestigesportprojekte ausgeben. Wie viel wird die Stadt für die Klimastabilisierung aufbringen? Nachhaltigkeit bedeutet, an unsere Enkel zu denken!

Beim letzten Treffen des Agenda 21 – Beirats, der in seiner Zusammensetzung aus 20 verschiedenen Gruppierungen einen Querschnitt durch die Stadtbevölkerung darstellt, wurde einstimmig ein vom Fachforum Energie der Agenda 21 eingebrachter Antrag an den Stadtrat verabschiedet, zukünftig städtische Gebäude grundsätzlich im Passivhaus-Standard zu errichten. Wenige Tage später wurde dann dem Bau der Westparkschule seine ökologische Qualität genommen.

Wir vom Bund Naturschutz verlangen vom Stadtrat mit allem Nachdruck eine Revision dieses fatalen Beschlusses. Neue Gebäude der Stadt müssen grundsätzlich in Passivhausqualität errichtet werden! (R.K.)


Naturschützer sauer auf Stadtwerke (Augsburger Allgeimeine, 23.11.2007)


Strompreise Begründung für Erhöhung sei "ein Foul am Umweltschutz"

30. Jahrestag: 13. Januar 1977 Unfall mit Totalschaden Gundremmingen Block A (PM 11.01.2007)

Manipulative PR-Arbeit der RWE AG (Essen) hat es geschafft: Der schwere Unfall, der vor 30 Jahren den Betrieb von Deutschlands erstem Großkernkraftwerk beendet hat, ist nicht im öffentlichen Bewußtsein unseres Landes verankert.

Am 13. Januar 1977 kam es um 18:44 in der nach Meitingen führenden 220-Kilovolt-Leitung durch Raureifbildung und kältebedingten Isolatorenbruch zum Kurzschluss. Damit stand nur noch eine 220-kV-Leitung, die nach Vöhringen führt, zum Abtransport des mit 237 Megawatt elektrischer Nettoleistung im Gundremminger Block A erzeugten Stroms zur Verfügung. Um 21.17 hatte aus gleichen Gründen auch diese Hochspannungsleitung Kurzschluss.

Die Turbinen des AKWs und die Dampferzeugung im Reaktor hätten jetzt soweit automatisch gedrosselt werden müssen, daß nur noch elektrischer Strom für den Eigenverbrauch – etwa 15 Megawatt – produziert worden wären. Aber die Regelung funktionierte fehlerhaft. Ein Relais hing, so daß ein Absperrschieber vor der Turbine erst nicht öffnete. Der Reaktor mußte schnell abgeschaltet werden, was – Gott sei Dank ! – auch in Sekunden gelang.

Nachdem ein zweiter, redundanter Schieber aufging, öffnete doch noch der erste Schieber. Dadurch fiel ungeplant und schnell der Druck im Hauptkreislauf. Die Automatik interpretierte dies als höchst gefährlichen Aufriss der Hauptleitung und setzte die Noteinspeisung in Gang. Vorgewärmtes Notkühlwasser wurde eingepresst. Das war zu viel, der Druck stieg zu stark und Überdruckklappen bzw. Berstscheiben entlasteten den Reaktor. Rund 400 Kubikmeter 280 oC heißes radioaktives Wasser ergossen sich in das Reaktorgebäude. Zusätzlich begann die Reaktorsprühanlage, wie bei solcher Hitze vorgesehen, zu arbeiten. Im Reaktor stieg das heiße radioaktive Wasser auf drei bis vier Meter an.

Die Kraftwerksleitung ließ verlautbaren: Die technischen Prozeduren hätten „einwandfrei funktioniert". Der Leiter des AKWs Reinhard Ettemeyer äußerte, „die notwendige, doch unproblematische Wäsche" würde einige Wochen dauern. Das Bayerische Umweltministerium schrieb, was sie in solchen Fällen immer schreiben, eine Gefährdung der Bevölkerung habe zu keiner Zeit bestanden. Wenige Wochen später verkündete dann der Haupteigentümer RWE, das Kernkraftwerk sei entseucht und solche Pannen würden zukünftig ausgeschlossen. Bald könne das Kraftwerk wieder ans Netz gehen. Die Bundesregierung bezahlte sogar außerplanmäßig 40,7 Millionen Mark zur Abdeckung des unerwarteten Gundremminger Betriebsverlustes.

Das radioaktive Wasser wurde später ebenso wie radioaktive Gase unter behördlicher Kontrolle nach außen geleitet. Es sollen eigene Grenzwerte hierfür fest gelegt worden sein. Faktenberichte über die frei gesetzte Radioaktivität sind uns nicht überliefert. Allerdings wies im Mai und im September 1985 der Astrophysiker Peter Kafka vom Max-Planck-Institut in Garching darauf hin, daß in einem Gebiet östlich des Kernkraftwerks Gundremmingen in der Zeit von 1968 bis 1978 die Missbildungen bei Kindern nahezu doppelt so hoch gewesen seien wie im Landesdurchschnitt.

Im Jahr 1977 entdeckte man bei näherer Untersuchung des still liegenden Atomreaktors viele Rohranrisse. Das bayerische Umweltministerium verlangte Nachrüstungen um ähnliche Unfälle zukünftig auszuschließen und den Austausch der entdeckten schadhaften Rohre. Ganz beiläufig teilte dann Jahre später die RWE mit, daß die Reparatur nicht mehr lohne. Das hierfür übliche Wort Totalschaden vermied man.

Insgesamt hatte Deutschlands erstes Großkernkraftwerk, das am 1. Dezember 1966 ans Netz gegangen war, rund 15 Milliarden Kilowattstunden Strom produziert. Vom im AKW erzeugten hochradioaktiven Brennelementmüll ist noch kein Kilogramm entsorgt. Das AKW sagt nichts über seinen derzeitigen Verbleib. Seit Anfang der 1980er Jahre wird am Abbruch des Block A gebaut. Dafür werden sogar EU-Gelder gezahlt.

Wenn man heute in unserem Land fragt, was war das erste deutsche Großkernkraftwerk und was ist aus ihm geworden, wissen nur wenige die Antwort. Wir haben auch deswegen auf unserer Homepage www.atommuell-lager.de zur Erinnerung ein >Kalenderblatt< mit wichtigen Ereignissen aus der Geschichte der Atomenergie begonnen.

Wir fordern: 1. Energie sparen  2. Energieeffizienz radikal steigern  3. Erneuerbare Energien mittelfristig zur Grundlage unserer Energieversorgung machen. (R.K.)


Anstehende Revierorganisation in den „Bayer. Staatsforsten AöR"

( Kommentar – Stand 06.11.2006 )

Die Bayer. Staatsforsten sind  seit der  (damals wie heute umstrittenen ) Forstreform vom Juli 2005 der für die Staatswaldbewirtschaftung zuständige Teil der früheren Staatsforst -verwaltung.

In den nunmehr knapp eineinhalb Jahren ihres Bestehens hat die Regensburger Zentrale der Anstalt die Kritiker der Forstreform mit verschiedenen schlagzeilenträchtigen Aktionen (Waldmaut, Verpachtung ökologisch sensibler Flächen als Jagdreviere ) immer wieder in dem Verdacht bestätigt, dass es ihr hauptsächlich um Gewinnmaximierung und erst in zweiter Linie um das Wohl des anvertrauten (Staats- ) Waldes geht. Das jüngste Beispiel in dieser Reihe ist die für den 1. Juli 2007 geplante Neuorganisation der Forstreviere, die auch in der staatswaldreichen Umgebung von Augsburg heftig diskutiert wird.

Nach den Vorstellungen des Vorstands der Staatsforsten sollen die in Bayern derzeit vorhandenen 558 (Staatswald- ) Reviere um über 40 % auf 330 verringert werden; ein Revierförster, der jetzt für durchschnittlich 1.300 ha zuständig ist, wird dann 2.200 ha zu betreuen haben. Unter dem Druck der Natur- und Umweltschutzverbände wurde im vergangenen Monat auf einer Sitzung des Aufsichtsrats des Unternehmens beschlossen, die Reviere zunächst einmal „probeweise bis 2009" statt um 40 nur um 34 % auf 370 zu verringern... wohl um dann in 2009 zu testen, ob der Sturm der Entrüstung  auf ein „handlebares" Maß  geschrumpft ist.

Ob und wie sehr der Wald Schaden leidet, fällt nur langsam und auch dann nur bei sorgfältiger Analyse auf. Es ist deshalb erforderlich, die weitere Entwicklung im Staatswald sehr genau zu beobachten  -  und zu hinterfragen, ob bei den Personalplanungen auch berücksichtigt wird, dass im Zuge des Klimawandels von den Förstern viele Aufgaben neu, anders oder intensiver  bewältigt werden müssen. (P.R.)


Leserbrief zum Thema " Freie Fahrt für freie Bürger"

Leserbrief zum Thema „dem Quertreiber lieber dankbar sein" (AZ-Land v. 7.11.2006)

Nur unbelehrbare Egoisten fordern heute noch die „freie Fahrt für freie Bürger". Ihnen muss jede Tempobegrenzung zugunsten des Lärmschutzes eine Verschwendung von Steuergeldern sein.

Sie übersehen jedoch (oder wollen es nicht wahrhaben):

An der B17 wohnen auch Anwohner.

Geschwindigkeitsbegrenzungen (die auch eingehalten werden!) sollen den Anwohnern mehr Ruhe verschaffen

Auch auf Schnellstraßen nimmt mit zunehmender Geschwindigkeit der Feinstaub zu

Tempobegrenzungen sind praktischer Klimaschutz.

Dazu kommt: gerade die Bewohner der Lechfeldgemeinden müssen täglich den Lärm der Militärflüge erdulden. Deshalb ist es nur konsequent, wenn die öffentliche Hand sie vor einer überlauten Bundesstraße schützt.

Insofern ist der Landrat zu beglückwünschen, dass er nicht vor einer rasenden Lobby der Unbelehrbaren einknickt und dem Straßenbauamt in dieser Angelegenheit heftigst widerspricht. (P.R.)


Nagende Zweifel am Nutzen des Nagers (Augsburger Allgemeine, 20.04.2004)

ArtikelVortrag: Die Rückkehr des Bibers an Lech und Wertach